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© 1999 - 2001 by Dirk Reichel • Zschopau

  

Letzte Änderung: 18.07.2001

  »Router aus der Bastelkiste

 
Jeder kennt sicherlich das Problem, man hat nicht nur einen Computer, der ans Internet angebunden werden soll, sondern meist zwei, drei oder auch noch mehr. Bei uns war es so, das wir ein kleines Netzwerk mit 5 und mehr verschiedenen Windows-Rechner mit wenigstens 3 verschiedenen Druckern laufen haben. 

Nun waren die Erfordernisse so, dass oftmals wenigstens zwei oder auch drei Nutzer gleichzeitig ins Internet wollten oder mussten, da fingen die Probleme schon an. Jeden Rechner mit einer eigenen ISDN-Karte auszustatten war nicht so richtig sinnvoll, mal abgesehen, das wir dann telefonisch von der Außenwelt abgeschnitten waren und ein Vielfaches an Online-Kosten verursachen mussten, das war nicht so richtig lustig. 

Wir hatten anfangs verschiedene Programme, mit deren Hilfe dies softwaremäßig möglich sein sollte, aber das richtig zuverlässige für unsere speziellen Bedürfnisse (Surfen, e-Mailen, FTP-Zugänge, Downloads usw.) war da nicht dabei. So suchten wir...

Die Lösung...
Nach längerem Suchen stießen wir auf ein kleines Programm, welches unter Linux läuft, wenig an Hardwarevoraussetzung benötigt. 

Theoretisch läuft es in der Grundausstattung auf nur einer 3,5 Zoll-Diskette, vollkommen ohne Festplatte - für mich nach wie vor ein wahres ,kleines' Wunder! Dabei ist ein gewisser Leistungsumfang bereits integriert bzw. das System lässt sich bei Bedarf beliebig erweitern. 

Wir waren von dem Programm total beigeistert und tüftelten Tag und Nacht daran, unseren Router zu vervollkommnen.

Als Hardware diente uns...
• ein alter 486er von IBM mit 25 MHz
• zwei mal 8 MB PS/2 FPM Arbeitsspeicher sowie 4MB internem Speicher
• Onboard Grafikkarte
• 120MB Festplatte im 2,5“ Format
• ein 3,5“ IBM Floppylaufwerk
• sowie eine AVM Fritz Card Classic ISA
• und eine ISA BNC TP Netzwerkkarte von 3Com

Zusätzlich für gewissen Anzeigefunktionen:
• ein Display mit 4 Zeilen a 20 Zeichen
• und 6 verschiedene LED's mit 3 mm Durchmesser 
(ihr wisst schon, es sollte alles klein werden!)

Das Gehäuse, mit Sägen, Feilen und Löten ans Ziel...

Für das ganze Vorhaben setzten wir uns als Ziel, ein möglichst kleines handliches Gehäuse zu finden. Der Stromverbrauch sollte mehr als gering sein und es sollten keinerlei Betriebsgeräusche verursacht werden. Gesagt getan, ein altes IBM PS/2 Gehäuse musste dann herhalten. 

Dabei war das erste große Problem, es war im Gehäuse nur ein ISA Steckplatz vorhanden, wir brauchen ja nun aber wenigstens zwei von dieser Sorte. Weiterhin war dadurch auch kein Platz für zwei Erweiterungskarten, die ja nun aber mal in das Kistchen rein sollten.

So schnitten wir aber etwas an der ISDN und an der Netzwerkkarte herum, bauten einen Sloterweiterungsadapter, wo wir nun zwei Karten ansteuern konnten. Da nun im Gehäuse wirklich fast nichts mehr frei war, bauten wir eine 2,5“ Festplatte aus einem alten Notebook mit rein, die ebenfalls keine Betriebsgeräusche verursacht.
An der Rückseite brachten wir Stecker für TP und BNC Netzwerk an, einen für ISDN und die üblichen, vorhandenen Schnittstellen, wie COM1, PS/2 Tastatur und Maus, Drucker und VGA-Ausgang. Als Netzteil dient uns eine Miniausführung mit gerade mal 24 Watt Leistung, ohne aktivem Lüfter, somit verbraten wir bei Tag- und Nachtbetrieb nicht einmal 10% Strom eines Normal-Computers.

Das Display und die LED’s...
Um die wichtigsten Funktionen bzw. Betriebszustände auch optisch anzeigen zu können, bauten wir in der Front ein 4 Zeilen-Display mit je 20 Zeichen ein. Zusätzlich führten wir die drei LED’s der Netzwerkkarte nach vorn und bauten aus dem Controllerchip einer alten Tastatur eine weitere Statusanzeige für Online, Down- und Upload. Somit war unser Kontrollzentrum geschaffen. 

Das Display verdrahteten wir intern direkt mit der LPT-Schnittstelle auf dem Mainboard, ebenfalls alle weiteren LED-Anzeigen.

Das Display zeigt uns jetzt im einzelnen an:

Das aktuelle Datum sowie die Uhrzeit (wird immer mit einem Timeserver abgeglichen), die IP des angewählten Rechners, den Namen des derzeitigen Providers mit den Funktionen Online, Offline und Calling sowie die Leitungszustände mit upload, download und die Zeitimpulse. 

Dieses Display wertet unseren Router erst so richtig auf, macht ihn vollwertiger und wirkt dadurch wesentlich professioneller, einfach ein Muss!

Nun gut, wie schon angedeutet, muss man wohl auch etwas verrückt sein, um diesen „Haufen“ an Elektronik und altem, eigentlich teilweise wertlosem Zeug , in ein Gehäuse von 6,5 cm Höhe, 30 cm Breite und noch einmal 30 cm Tiefe einzubauen.

Nach zwei Tagen basteln war’s geschafft...

Nun noch schnell die Fli4I Software drauf, etwas konfigurieren und erweitern. An dieser Stelle sei einmal ein großes Dankeschön an die Entwickler von Fli4I gesagt, die dieses tolle Programm im Netz alles Interessierten kostenlos zur Verfügung stellen.

Jetzt routet unser „Kleiner“ zuverlässig unsere fünf Computer, wo jeder zu jeder Tages- und Nachtzeit ins Netz kann, ohne Wartezeiten und ohne irgendwelche Behinderungen, auf nur einem Kanal unserer ISDN-Anlage.

Wer sich es nicht zutraut oder wer einfach nicht die Zeit hat, sich so ein Teil selbst zu bauen, den fertigen wir es gern nach den erforderlichen Anforderungen und individuellen Wünschen. Fragen Sie einfach einmal unverbindlich bei uns an, wir freuen uns und basteln gern...

Bis bald

Die erwähnte Software Fli4L unterliegt dem Copyright des jeweiligen Herausgebers.

Es gelten unsere AGB's.

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